Die Fahrt von Rheine ins hessische Dillenburg ist lang – doch für die sieben Athletinnen und Athleten von Song’s Taekwondo Schule Rheine lohnte sich jede Stunde. Bei den „German Open Championships“ des WFMC trafen am vergangenen Wochenende Starter aus sieben Ländern und über 120 Sportschulen aufeinander. Das Turnier ist offen für verschiedenste Stile – von Kickboxen über Karate bis hin zu Taekwondo – und gilt deshalb als besonders anspruchsvoll. Sieben Athletinnen und Athleten von Song’s Taekwondo Schule Rheine waren dabei – und kehrten mit Gold im Gepäck nach Hause.
Den Auftakt machten Amos Bischof und Oleksandra Yavorshchuk im Point Fighting. Die Disziplin zählt zu den technisch anspruchsvollsten im Kickboxen: Blitzschnelle Fuß- und Handtechniken müssen präzise am Gegner platziert werden, nach jedem gewerteten Treffer wird kurz gestoppt. Reaktion, Timing und taktisches Gespür sind hier mindestens so wichtig wie reine Technik. Beide Starter arbeiteten sich Runde für Runde durch ein starkes Teilnehmerfeld – und holten am Ende jeweils Gold. Ilian Zimmer und Eve Bischof, ebenfalls im Point Fighting am Start, belegten jeweils den starken zweiten Platz.
Auch im Light Contact war das Rheiner Team erfolgreich. Diese Disziplin unterscheidet sich vom Point Fighting vor allem darin, dass durchgehend gekämpft wird und die Punkte kontinuierlich zählen. Veronika Kutschma hatte ihre Kategorie dabei von Beginn an fest im Griff und holte den Sieg.
Anders verlief es bei Devid Weber: Sein Finale war ein echter Showdown. Sein Gegner hielt von der ersten bis zur letzten Sekunde dagegen, der Kampf kippte mehrfach hin und her. Weber steckte jeden Treffer weg und fand immer wieder seine Antwort. Am Ende war es eine klare Willensleistung – und die Kampfrichter entschieden einstimmig für ihn.
Einen besonderen Moment lieferte das Trio aus Oleksandra Yavorshchuk, Leonard Evelt und Veronika Kutschma im Synchron-Formenlauf. In dieser Disziplin präsentieren zwei oder drei Athletinnen und Athleten einen Bewegungsablauf so synchron wie möglich. Yavorshchuk und Evelt bestritten diese Disziplin bereits bei früheren Turnieren gemeinsam, diesmal kam Kutschma neu dazu. Mit einem knappen Vorsprung sicherte sich das Trio den 1. Platz.
Besonders im Gedächtnis bleiben dürfte der Auftritt von Oleksandra Yavorshchuk beim Grand Champion. Diese Sonderwertung hebt Gewichtsklassen und Geschlechter auf – alle Jugendlichen treten gegeneinander an. Yavorshchuk, als junge Athletin oft die Kleinste auf der Fläche, ließ sich davon nicht einschüchtern. Sie kämpfte sich zäh durch mehrere Auseinandersetzungen gegen überwiegend größere und schwerere Jungen und erkämpfte sich am Ende den 2. Platz in der Jugendklasse.
Mit insgesamt 6 Gold-, 8 Silber- und 3 Bronzemedaillen gehörte das Rheiner Team zu den zehn erfolgreichsten Sportschulen dieses Turniers. Cheftrainer Leonard Evelt zeigte sich dementsprechend sichtlich stolz: „Mit jedem Turnier sieht man deutlich, wie unsere Schüler wachsen. Das war eine absolute Meisterklasse, von jedem!“
Coach Tomislav Ladisic betonte, worauf es für ihn wirklich ankommt: „Egal, ob 1. Platz oder nicht: Das Wichtigste ist die Erfahrung, die jeder Einzelne hier mitnimmt. Ich bin sehr stolz auf unsere Starter.“
Mit diesem Rückenwind im Gepäck geht die Vorbereitung auf die nächsten Turniere weiter – die Ergebnisse von Dillenburg dürften dabei zusätzlich motivieren.
Starke Leistung, 11 von 17 Medaillen standen vorher fest? Die Konkurrenz hat gestaunt. Die großartige Leistung von Cheftrainer Evelt in der Einzelform wird auch gar nicht benannt, schade. https://www.kihapp.com/tournaments/22726-wfmc-german-open-championships-2026/draws?utf8=%E2%9C%93&only_path=true&category_search=Song%27s+Taekwondo+Schule+Rheine+
Hi, danke für dein Feedback! Wir verstehen deinen Punkt und möchten da gerne einmal Stellung zu nehmen:
Je nachdem, bei welchem Turnier wir sind, sind auch unterschiedlich viele Gegner da. In Schottland hatten wir eine Gruppe mit über 70 Teilnehmerinnen, hier wiederum sind die Gruppen zumeist sehr klein. Das ist für den Wettbewerb erstmal immer problematisch.
Jetzt kann man sich sicherlich denken: „Ja gut, dann könnten wir ja einfach zuhause bleiben, wenn uns kleine Gruppen stören.“
Aber: Was wir an der WFMC schätzen, sind die verschiedenen Kampfstile, denen wir dort begegnen. Wir blicken über den Tellerrand hinaus und haben dadurch nochmal ganz andere Kämpfe, als wir es sonst gewohnt sind.
Und um einen weiteren Aspekt aufzugreifen: Leonard war in seiner Gruppe allein – erstmal natürlich nicht schön. Das mindert aber nicht die hohe Punktzahl, die er sich mit einer starken Darbietung verdient hat.
Dementsprechend sehen wir die Situation so: Leider kleines Starterfeld, dennoch beachtliche Leistungen 🙂
Dass kleine Teilnehmerfelder nicht eure Schuld sind, ist klar. Das war auch nicht der Punkt.
Mein Punkt ist, dass der Artikel die Medaillenzahl und die Platzierung im Vereinsranking groß herausstellt, gleichzeitig aber verschweigt, wie diese Ergebnisse zustande gekommen sind. Genau dadurch entsteht beim Leser ein deutlich beeindruckenderes Bild, als die Ergebnislisten tatsächlich hergeben.
Wer transparent berichten möchte, nennt beides: die Erfolge und die Größe der Konkurrenz.
Bei uns in der WAKO gibt es zum Beispiel keine kampflosen Titelgewinne. Amtlich gewertet werden sogar nur die mit mindestens vier Aktiven.
Und was war in Schottland? 70 Starter halte ich für eine maßlose Übertreibung.